Geschichte von Albaxen

Albaxen gehört zu den ältesten urkundlich erwähnten Orten im Weserraum. Bereits 822 erscheint der Ort unter dem Namen Albachtessen in den Aufzeichnungen der Abtei Corvey. Schon im 9. Jahrhundert setzte sich die heutige Namensform Albaxen durch. Die frühe Bedeutung des Dorfes zeigt sich auch in der Erwähnung der Pfarrkirche St. Dionysius, die zu den ältesten Kirchengründungen der Region zählt.

Pfarrkirche St. Dionysius

Mittelalterliche Entwicklung

Im Mittelalter war Albaxen Sitz des Adelsgeschlechts derer von Albachsen, das in den Quellen Corveys mehrfach genannt wird. Namen wie Cuno von Albachsen (um 889) belegen die enge Verbindung zwischen Dorf, Adel und Kloster. Über viele Jahrhunderte prägte Corvey das politische, wirtschaftliche und kirchliche Leben Albaxens.

Ein markantes Zeugnis dieser Zeit ist die Tonenburg, deren Ursprünge ins frühe 14. Jahrhundert reichen. Sie diente der Abtei Corvey als befestigter Wirtschaftshof und später als Verwaltungssitz. Bis heute ist sie ein prägendes Wahrzeichen am Weserufer.

Neuzeit und frühe Industrie

Mit der Säkularisation 1803 endete die Herrschaft Corveys. Albaxen gehörte fortan zum Fürstentum Corvey, später zu Preußen. Die Region entwickelte sich im 19. und frühen 20. Jahrhundert wirtschaftlich weiter.

Im südlich gelegenen Gebiet Nachtigall wurden in dieser Zeit tonige und torfige Schichten abgebaut, die für Bau- und Brennzwecke genutzt wurden. Kleine Braunkohlegruben und Tongruben bildeten eine frühe lokale Rohstoffbasis, aus der sich später die Albaxer Ziegeleitradition entwickelte.

1895 entstand in Albaxen eine Feldbrandziegelei, aus der später das Ziegelwerk Buch hervorging. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgte 1948 die Gründung der Konrad Reitz Ventilatoren GmbH, die sich zu einem der wichtigsten Arbeitgeber des Ortes entwickelte.

Eingemeindung und moderne Entwicklung

Im Zuge der kommunalen Neugliederung wurde Albaxen am 1. Januar 1970 in die Stadt Höxter eingegliedert. Seitdem hat sich der Ort kontinuierlich weiterentwickelt – mit neuen Wohngebieten, moderner Infrastruktur und einem aktiven Vereinsleben, das bis heute das Gemeinschaftsgefühl prägt.

Albaxen heute

Trotz aller Veränderungen ist die lange Geschichte im Ortsbild weiterhin sichtbar: die Kirche St. Dionysius, die Tonenburg und die Nähe zur Weser erzählen von über einem Jahrtausend Dorfgeschichte. Albaxen verbindet Tradition und Moderne – und bleibt ein lebendiger, engagierter Ortsteil der Stadt Höxter.

Tonenburg bei Albaxen

Tonenburg bei Albaxen